02.05.2008
Vom gerechten Krieg
Heute vor 26 Jahren versenkte das britische nukleare Angriffs U-Boot HMS Conqueror den argenitinischen schweren Kreuzer General Belgrano. Die Hälfte aller argentinischen Opfer fielen an diesem Tag und der Rest der argentinischen Flotte (inkl. Flugzeugträger) wurde schleunigst nach Hause geschickt. Der letzte "symmetrische" Krieg zweier Westmächte, mit deutlichem Vorteil für Argentinien. Symptomatisch für einen Krieg, der weder richtig gerecht noch ein richtiger Verteidigungskrieg war. Diese zwei Gründe nämlich rechtfertigen einen Krieg:
1. Der Krieg für die moralischen Werte (Ideologie),
2. Das Überleben (sofern nicht aussichtslos).
Der erste Grund wird von unserer Aussenministerin Calmy-Rey implizit unterstützt, wenn sie die "Menschenrechte" über die nationale Souveränität stellt. Dies ist eine Extremposition, ganz im Sinne des heiligen Kriegs, und hängt von der jeweils vorherrschenden Ideologie ab. Meistens wird dabei Krieg geführt, um irgend eine Ideologie des Friedens zu verbreiten. Al Qaida machts vor. Ich bin selbstverständlich entsetzt. Endet meist in einem Weltkrieg. Die andere Extremposition ist es, jeden Krieg aus Prinzip abzulehnen, nur funkt da ziemlich schnell der zweite oben erwähnte Grund mit ein, wenn sich die welt-politische Lage dramatisch verschlechtert. Soll ab und zu vorkommen. Um letzterem vorzubeugen werden Kriege eben meist schon früher geführt. Insofern war der Falklandkrieg, wenn nicht gerechtfertigt, so zumindest verständlich. Ein Staat, der seine (auch exponierte und kaum gewollte*) Souveränität im Angriffsfall nicht militärisch verteidigt, wird zum Selbstbedienungsladen für Aggressoren. Deren Zahl nimmt heute tendenziell eher zu, nicht zuletzt, weil die "präventive" "Verteidigung" mancher Weltmächte die "Verteidigungsbreitschaft" weltweit auf neue Gipfel treibt.

Da sehne ich mich zurück, in die Zeit von Palmerston und Kissinger. Zwar keine utopischen Idyllen des Friedens aber noch nicht so gänzlich hirnverbrannt und aussichtslos. Fazit: die Unterstützung Kosovos ist vielleicht sinnvoll aber sicher nicht der Menschenrechte wegen, sondern weil das die Region stabilisiert. Deshalb darf auch den serbischen Minderheiten in Kosovo und Bosnien das Selbstbestimmungsrecht nicht von EU-Amts wegen verweigert werden.
*) der Fall von Grossbritannien im Jahre 1982.
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21.04.2008
Die Tragödie - Schicksal der Welt
Ein Schlüssel zum Glück liegt darin, das Glück nicht überzubewerten. Für einen halbwegs menschen- und lebensfreundlich angelegten Menschen ist die Welt oftmals ein greuliches Jammertal. Das war schon immer so und daran dürfte sich auch in Zukunft nichts grundsätzlich ändern. Wie Hekabe nach Trojas Fall können wir fast nichts anderes tun als jammern, uns in den Strom des Schicksals werfen und unser Los als Sterbliche ertragen.
Natürlich können wir versuchen die Welt zu verbessern. Einem einigermassen klarsichtigen und informierten Menschen sollte dieses Unterfangen indessen ziemlich aussichtslos erscheinen. Tropfen auf heisse Steine sind alles was wir beitragen können. Aber immerhin, diese warmen Tropfen sind unsere Rettung. Glück ist, sich damit zufrieden zu geben. Nicht das Schicksal ist der Jammer, sondern die Art, wie wir es ertragen: Als freie Menschen - oder als sklavische Gefangene. Der freie Mensch weiss um seine prekäre Lage, doch erträgt er sie mit Fassung, Mässigung und ohne komplette Resignation. Der freie Mensch hofft auf Besserung, doch auch die fehlende Garantie darauf beirrt ihn oder sie nicht. Der freie Mensch tut etwas, sei dies auf besinnliche Art, oder als tatkräftiger Helfer der Menschheit. Vor allem die kleinen Tropfen sind zu würdigen. Die, welche sich anmassen, die heissen Steine abzukühlen zu wollen und einzufrieren sind Prahler, nichts mehr. Unbekannte, unsichtbare Helfer dagegen verdienen es nachgeahmt zu werden.
Deshalb bin ich auch vom Buddhismus wieder ein Stück zur christlichen Lehre zurückgekrebst, nur jetzt mit viel klarerem Verständnis für letztere...
Auf die Tragödie folgt bekanntlich die Komödie. Nur wer um sein Schicksal kennt, kann am Ende auch darüber lachen und sich einen schöneren Platz darin betten.
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18.04.2008
Fussbälle und Olympiaden
Die CS hat ihre Fussbälle in Pakistan gekauft.
Doch dort müssen auch Kinder arbeiten.
Vielleicht kauft man in Zukunft nun keine Bälle mehr in Pakistan. Aber wo sonst ? In China, wie alles andere auch, für hunderte von Milliarden jedes Jahr. Vielleicht stellen die dann auch im Tibet ein paar Fabriken auf - wahrscheinlich ohne Kinderarbeit.
Lhasa (PRC):

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